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Montag, 26. Juli 2021

Im Wald zwischen Rohrbach und Waibstadt am 25. Juli 2021

 Allmählich ist das Wetter vielleicht doch zu schwül, um Wanderungen in großem Stil zu unternemen. Als wir im Wald unterwegs waren, herrschte irgendwie eine bedrohliche Gewitterstimmung; wenige Gleichgesinnte waren zu sehen und die Vögel gleich komplett verstummt. Der Ruf eines einsamen Eichelhähers klang da schon beinahe warnend oder wie "Guckt euch mal die Spinner an!"

 








 

Die Fotoausbeute war nicht übel, und das Gespräch mit dem urgesteinigen Förster aus dem Auto, der meinte, das Wetter sei sehr viel angenehmer als am Tag zuvor, ganz nett. Trotzdem waren wir froh, als wir endlich eine Bank zum Picknicken fanden, um unsere abgelaufene Energie aufzufrischen. Bis zur Hütte hätten wir es nicht mehr geschafft. In Zukunft werden wir unsere Brotzeit vorverlegen und gegen Ende Kaffee trinken (auf den wir diesmal dummerweise verzichtet haben). Außerdem haben wir uns vorgenommen, ein paar Ringana-Booster zur Soforthilfe einzupacken.

 






Tatsächlich waren wir um ungewöhnlich frühen 14.30 Uhr schon wieder im kühlen Schatten unter der Linde und haben uns dort gemeinsam mit einem Stück Streuselkuchen ein Käffchen genehmigt, bevor wir uns erst mal aufs Ohr bzw. auf den Balkon gehauen haben. 


Donnerstag, 1. Juli 2021

Jüdischer Friedhof und Weil-Mausoleum in Waibstadt am 16. Mai 2021


Nicht einmal zehn Kilometer von unserer Stadt entfernt stießen wir auf die längst vergessene Geschichte des Unternehmers Hermann Weil, seinerzeit Mäzen von Steinsfurt und bedeutendster Getreidehändler der Welt. Wer hätte gedacht, dass es hier so berühmte Leute gibt? Leider ist seine Biografie vor allem über seinen Tod hinaus eine recht traurige. Das Weil-Mausoleum - erbaut nach dem Vorbild des Jerusalemer Tempels - wurde im November 1939 geschändet und geplündert. Die Urnen darin blieben bis heute verschollen. Immerhin hat man das Mausoleum 2012 fertig rekonstruiert und wieder aufgebaut, wenn offenbar auch nicht so prächtig und wertvoll wie einst. Da Hermann Weil sich nicht Trauer, sondern geselliges Zusammentreffen an diesem Ort nahe des jüdischen Friedhofes wünschte, kann man das Mausoleum sogar begehen, wie uns Passanten mitteilten. Der rührige Herr Weil hat uns danach noch sehr lange beschäftigt. Wir waren erstaunt, dass er nicht bekannter ist. In Waibstadt erinnert nur ein kleiner Weg an ihn. Das sollte man ändern, finden wir.

 











Bei der anschließenden Tour stießen wir abermals auf stumme Zeitzeugen jüdischen Lebens. Die Grabsteine sind so viele, dass sie über den gesamten Wald verteilt zu sein scheinen. 

Übers Feld sind mir einige tolle Naturaufnahmen gelungen (Raps und Kastanienknospen standen in voller Blüte). Unser Picknick nahmen wir auf den niedrigen Sitzholzpflöcken eines putzigen Waldkindergartens ein. Es war Sonntag und keiner da, der uns hätte vertreiben können. 

Auch diese Tour gehört zu meinen Favoriten. Ich finde es toll, wenn man neben guten Gesprächen und dem Aufatmen in der Natur auch interessante Geschichten erfährt.