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Sonntag, 12. September 2021

Angelbachtal / Erlensee am 12. September 2021

 Wieder strahlend blauer Himmel und ein herrlicher Wandertag! Ganz in unserer Nähe befinden sich ein weiterer jüdischer Friedhof und ein See, der bei dem schönen Wetter nicht nur uns zum Verweilen einlud. Neben Wanderern und Radfahrern begegneten uns viele Eidechsen, von denen eine so geduldig war, sich Nicole als Fotomotiv zur Verfügung zu stellen.







Ist das nicht postkartenreif? Ich finde schon und hatte gar nicht gewusst, dass es bei uns einen so lauschigen See gibt, der von vielen Bänken umgeben ist, um den Libellen schwirren und sich häuten (ein Schauspiel, das wir zum ersten Mal beobachten konnten), und riesige Fische umherschwimmen. Wie uns ein Schild verriet, ist er Eigentum des hiesigen Anglervereins und kann daher von der Öffentlichkeit weder zum Fischen noch Baden benutzt werden. Nicht, dass wir das gewollt hätten, wo wir doch keine Badekappen in den Rucksäcken hatten... 









Unsere Route führte uns nach dem Abstecher zum Judenfriedhof rund um den Erlensee und dann eine gut zu bewältigende Strecke durch den Wald, wo wir an einer überdachten Sitzgruppe unser wie immer schmackhaftes Picknick gemacht haben. Und wir stießen auf gleich zwei Feuersalamander und Kröten - leider überfahren. Der erste Salamander sah noch aus wie lebendig, aber als sich dann heraustellte, dass er tot war, habe ich aus Pietät auf ein Foto verzichtet. Wir hatten ja die Eidechse (ok, der Salamander sieht spektakulärer aus). Und die fast 3000 Jahre alten Keltengräber, von denen in Bild 2 / Block 2 die Rede ist, konnte man nur digital entdecken, obwohl sie so gut erhalten sind, dass sie als Kulturdenkmäler gelten.

Nach dem Platzregen von gestern hat uns das angenehme Klima um die 24°C besonders gefreut. Aber wir wären wohl auch bei Schmuddelwetter losgezogen. Quality Time sollte man nicht verstreichen lassen...


Donnerstag, 1. Juli 2021

Freudental / Cleebronn am 3. Juni 2021

 Wieder in der Heilbronner Gegend in der Nähe von ältesten Erlebnispark Deutschlands, Tripsdrill, hatten wir den nächsten Ausflug geplant. Obwohl ich da auch ganz gern mal wieder hingehen möchte, hatten wir auf unserer Tour Attraktionen, die mir lieber sind als ein Achterbahnlooping. 

Das Wetter war jedoch ziemlich schwül und drückend, selbst im Wald, durch den es zu einem weiteren jüdischen Friedhof im Umkreis führte. 

 








Und wieder gab es auf der Zielgeraden einen Wolkenbruch, kurz nachdem wir es uns auf Baumstämmen bequem gemacht hatten, um unsere Brotzeit zu zelebrieren. Das heißt, eigentlich hat es ganz gut gepasst; wir waren beinahe fertig, als Werner den ersten Tropfen abbekommen hat. Und ein wenig Erleichterung hat der Regen auch gebracht, daher kam er nicht gänzlich unwillkommen. 

Einen Tag später hatte ich übrigens trotz Insektenschutz einen fiesen Mückenstich auf der Wade, und ich glaube, das war eines der Viecher auf dem Blatt am See, aus Rache dafür, dass ich es ohne sein Einverständnis fotografiert habe... 👿


Jüdischer Friedhof und Weil-Mausoleum in Waibstadt am 16. Mai 2021


Nicht einmal zehn Kilometer von unserer Stadt entfernt stießen wir auf die längst vergessene Geschichte des Unternehmers Hermann Weil, seinerzeit Mäzen von Steinsfurt und bedeutendster Getreidehändler der Welt. Wer hätte gedacht, dass es hier so berühmte Leute gibt? Leider ist seine Biografie vor allem über seinen Tod hinaus eine recht traurige. Das Weil-Mausoleum - erbaut nach dem Vorbild des Jerusalemer Tempels - wurde im November 1939 geschändet und geplündert. Die Urnen darin blieben bis heute verschollen. Immerhin hat man das Mausoleum 2012 fertig rekonstruiert und wieder aufgebaut, wenn offenbar auch nicht so prächtig und wertvoll wie einst. Da Hermann Weil sich nicht Trauer, sondern geselliges Zusammentreffen an diesem Ort nahe des jüdischen Friedhofes wünschte, kann man das Mausoleum sogar begehen, wie uns Passanten mitteilten. Der rührige Herr Weil hat uns danach noch sehr lange beschäftigt. Wir waren erstaunt, dass er nicht bekannter ist. In Waibstadt erinnert nur ein kleiner Weg an ihn. Das sollte man ändern, finden wir.

 











Bei der anschließenden Tour stießen wir abermals auf stumme Zeitzeugen jüdischen Lebens. Die Grabsteine sind so viele, dass sie über den gesamten Wald verteilt zu sein scheinen. 

Übers Feld sind mir einige tolle Naturaufnahmen gelungen (Raps und Kastanienknospen standen in voller Blüte). Unser Picknick nahmen wir auf den niedrigen Sitzholzpflöcken eines putzigen Waldkindergartens ein. Es war Sonntag und keiner da, der uns hätte vertreiben können. 

Auch diese Tour gehört zu meinen Favoriten. Ich finde es toll, wenn man neben guten Gesprächen und dem Aufatmen in der Natur auch interessante Geschichten erfährt.


Jüdischer Friedhof Heinsheim und Burg Guttenberg / Bad Rappenau am 8. Mai 2021

 Unsere Gegend ist sehr geschichtsträchtig, was Kultur aus verschiedenenen Regionen angeht. So gab es im Kraichgau bis 1939 eine große Anzahl Juden, die zum Ende ihres Lebens eigene Bestattungsrituale pflegen und daher auch örtlich gesonderte Friedhöfe besaßen. 

In Heinsheim liegt einer der größten im Südwesten. Da wir uns dem Judentum sehr verbunden fühlen, macht uns der Anblick der verwitterten oder marmornen Grabsteine oft nachdenklich, und manchmal sogar traurig, weil so viel verloren ging mit der gewaltsamen Ausgrenzung und später Vernichtung dieses Volkes. 

Fotos von jüdischen Friedhöfen in der Region werden noch einige folgen.









Die Greifvogelwarte Burg Guttenberg ist ein überregional beliebtes Ausflugsziel. In Zeiten von Corona war sie fast wie ausgestorben, und man konnte - überflüssig zu erwähnen - keinen Imbiss bestellen oder sich eine Vorführung ansehen. Trotzdem haben wir einen Weißkopf-Seeadler beim Übungsflug beobachtet. Die weiteren Fotos geben einen guten Eindruck der mittelalterlichen Atmosphäre. 

 





Insgesamt haben wir auf dieser Tour viel über Geschichte gelernt . Und dass ein Picknick ohne Brot irgendwie kein richtiges ist... 😜