Translate

Donnerstag, 1. Juli 2021

Epfenbach am 6. Juni 2021

 Ziemlich frisch war es; ziemlich feucht auch. Das hielt uns nicht davon ab, den römischen Überresten in der Region unsere Aufwartung zu machen. Nach Wiesenbach war nun Epfenbach an der Reihe. 

Dort retteten wir eine kleine Schnecke vor einem Pferdefuß und staunten eher über die Schönheit der Natur als über die historischen  Funde der Römer. Wobei die schon ziemlich clever waren. Im Straßenbau konnte ihnen seinerzeit keiner etwas vormachen. Und auch sonst wohl nicht.

 












Eine Anekdote zum Schluss: auf der Bank bei der Hütte packten wir im Nieselregen unser Picknick aus, als eine junge Frau mit der Hundetüte auf uns zukam, den Papierkorb neben uns anvisierte und meinte: "Ich hoffe, es riecht nicht zu streng." Unsere Antwort hat sie nicht abgewartet.


Freudental / Cleebronn am 3. Juni 2021

 Wieder in der Heilbronner Gegend in der Nähe von ältesten Erlebnispark Deutschlands, Tripsdrill, hatten wir den nächsten Ausflug geplant. Obwohl ich da auch ganz gern mal wieder hingehen möchte, hatten wir auf unserer Tour Attraktionen, die mir lieber sind als ein Achterbahnlooping. 

Das Wetter war jedoch ziemlich schwül und drückend, selbst im Wald, durch den es zu einem weiteren jüdischen Friedhof im Umkreis führte. 

 








Und wieder gab es auf der Zielgeraden einen Wolkenbruch, kurz nachdem wir es uns auf Baumstämmen bequem gemacht hatten, um unsere Brotzeit zu zelebrieren. Das heißt, eigentlich hat es ganz gut gepasst; wir waren beinahe fertig, als Werner den ersten Tropfen abbekommen hat. Und ein wenig Erleichterung hat der Regen auch gebracht, daher kam er nicht gänzlich unwillkommen. 

Einen Tag später hatte ich übrigens trotz Insektenschutz einen fiesen Mückenstich auf der Wade, und ich glaube, das war eines der Viecher auf dem Blatt am See, aus Rache dafür, dass ich es ohne sein Einverständnis fotografiert habe... 👿


Gaiberg am 30. Mai 2021

 Was haben wir uns gefreut! Strahlender Sonnenschein, zum ersten Mal in diesem Jahr. Die Touren sucht Nicole übrigens seit einiger Zeit nicht mehr via Karte, sondern über die Wanderapp Komoot aus. Manchmal verlieren wir jedoch den Online-Zugang, so dass wir sie nicht speichern können. Trotzdem - obwohl wir allesamt ein bisschen altmodisch sind, werden die Vorzüge einer Internet-Wegweisung mit GPS nicht bestritten. 













 

 

Sicherheitshalber bleibt die gute alte Wanderkarte in der Seitentasche des Rucksacks. Auf dieser Wanderung haben wir uns - wenn ich mich recht erinnere - etwas verfranst. Kein Grund zur Panik. Irgendeiner von uns vier findet immer den Weg. Und wenn's der von den Gabel-Leichen ist (siehe Bild)... hihi.

 

Katzenbachsee / Zaberfeld am 24. Mai 2021

 Es war Pfingstsonntag, großartiges Wetter und eine wenig zündende Idee, an diesem Tag ein Naturschutzgebiet inklusive Badesee anzupeilen. Menschenmassen mit Kinderwagen, Fahrrädern und Hunden haben sich mit uns durch das groß angelegte Erholungsgebiet durch Wald und Weinberge geschoben, auch wenn es auf den Fotos nicht so aussieht. Trotzdem war der Tag gigantisch! 










 

Und wir bekamen eine Ahnung davon, wie es vor Corona war, auch wenn keiner von uns Massenevents und Menschenaufläufe vermisst. Erstaunlich, wie viele den selben Gedanken hatten. Da war es sogar schwierig, unbemerkt auszutreten, wenn die Blase gedrückt hat. 😳


Michelsee bei Aglasterhausen am 23. Mai 2021

 Samstags-Pfingstwanderung bei abwechselnd Regen und Sonnenschein - ein Wetter, mit dem wir gut Freund geworden sind in den letzten Wochen. Wir haben uns nun alle mit robusten Schuhen ausgestattet, so dass auch matschige Wege kein Problem mehr darstellen.









Das Picknick hat für zwei Pausen gereicht - dankbar angenommen werden die Apfelschnitten als schneller Energielieferant für unterwegs, sozusagen der Apéritif zur Brotzeit. Sehr zu empfehlen, wenn es zwischendurch ein wenig anstrengend wird.


Jüdischer Friedhof und Weil-Mausoleum in Waibstadt am 16. Mai 2021


Nicht einmal zehn Kilometer von unserer Stadt entfernt stießen wir auf die längst vergessene Geschichte des Unternehmers Hermann Weil, seinerzeit Mäzen von Steinsfurt und bedeutendster Getreidehändler der Welt. Wer hätte gedacht, dass es hier so berühmte Leute gibt? Leider ist seine Biografie vor allem über seinen Tod hinaus eine recht traurige. Das Weil-Mausoleum - erbaut nach dem Vorbild des Jerusalemer Tempels - wurde im November 1939 geschändet und geplündert. Die Urnen darin blieben bis heute verschollen. Immerhin hat man das Mausoleum 2012 fertig rekonstruiert und wieder aufgebaut, wenn offenbar auch nicht so prächtig und wertvoll wie einst. Da Hermann Weil sich nicht Trauer, sondern geselliges Zusammentreffen an diesem Ort nahe des jüdischen Friedhofes wünschte, kann man das Mausoleum sogar begehen, wie uns Passanten mitteilten. Der rührige Herr Weil hat uns danach noch sehr lange beschäftigt. Wir waren erstaunt, dass er nicht bekannter ist. In Waibstadt erinnert nur ein kleiner Weg an ihn. Das sollte man ändern, finden wir.

 











Bei der anschließenden Tour stießen wir abermals auf stumme Zeitzeugen jüdischen Lebens. Die Grabsteine sind so viele, dass sie über den gesamten Wald verteilt zu sein scheinen. 

Übers Feld sind mir einige tolle Naturaufnahmen gelungen (Raps und Kastanienknospen standen in voller Blüte). Unser Picknick nahmen wir auf den niedrigen Sitzholzpflöcken eines putzigen Waldkindergartens ein. Es war Sonntag und keiner da, der uns hätte vertreiben können. 

Auch diese Tour gehört zu meinen Favoriten. Ich finde es toll, wenn man neben guten Gesprächen und dem Aufatmen in der Natur auch interessante Geschichten erfährt.