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Donnerstag, 1. Juli 2021

Jüdischer Friedhof und Weil-Mausoleum in Waibstadt am 16. Mai 2021


Nicht einmal zehn Kilometer von unserer Stadt entfernt stießen wir auf die längst vergessene Geschichte des Unternehmers Hermann Weil, seinerzeit Mäzen von Steinsfurt und bedeutendster Getreidehändler der Welt. Wer hätte gedacht, dass es hier so berühmte Leute gibt? Leider ist seine Biografie vor allem über seinen Tod hinaus eine recht traurige. Das Weil-Mausoleum - erbaut nach dem Vorbild des Jerusalemer Tempels - wurde im November 1939 geschändet und geplündert. Die Urnen darin blieben bis heute verschollen. Immerhin hat man das Mausoleum 2012 fertig rekonstruiert und wieder aufgebaut, wenn offenbar auch nicht so prächtig und wertvoll wie einst. Da Hermann Weil sich nicht Trauer, sondern geselliges Zusammentreffen an diesem Ort nahe des jüdischen Friedhofes wünschte, kann man das Mausoleum sogar begehen, wie uns Passanten mitteilten. Der rührige Herr Weil hat uns danach noch sehr lange beschäftigt. Wir waren erstaunt, dass er nicht bekannter ist. In Waibstadt erinnert nur ein kleiner Weg an ihn. Das sollte man ändern, finden wir.

 











Bei der anschließenden Tour stießen wir abermals auf stumme Zeitzeugen jüdischen Lebens. Die Grabsteine sind so viele, dass sie über den gesamten Wald verteilt zu sein scheinen. 

Übers Feld sind mir einige tolle Naturaufnahmen gelungen (Raps und Kastanienknospen standen in voller Blüte). Unser Picknick nahmen wir auf den niedrigen Sitzholzpflöcken eines putzigen Waldkindergartens ein. Es war Sonntag und keiner da, der uns hätte vertreiben können. 

Auch diese Tour gehört zu meinen Favoriten. Ich finde es toll, wenn man neben guten Gesprächen und dem Aufatmen in der Natur auch interessante Geschichten erfährt.


Gemmingen / Burg Streichenberg, Stebbach am 13. Mai 2021

 Besonders für Elvira war diese Tour etwas Spezielles. Nicht nur, dass wir die ganze Zeit tolles Wanderwetter hatten, wir wandelten auf Pfaden der Nostalgie, da die Familie mütterlicherseits aus Gemmingen stammt und wir sogar Elviras Geburtshaus einen Besuch abgestattet haben. 

Sie hat uns rührende und lustige Geschichten von den Nachbarn erzählt, die nun nicht mehr hier wohnen. Überhaupt hat sich alles sehr stark geändert im Lauf der Zeit. Ist ja normal und liegt in der Natur der Sache. 

 










 

Viel gelacht haben wir trotzdem, als uns plötzlich in der Nähe des Stadtparks eine Bekannte mit Mann und Hund über den Weg lief, über die wir gerade in Erinnerungen schwelgten.


Jüdischer Friedhof Heinsheim und Burg Guttenberg / Bad Rappenau am 8. Mai 2021

 Unsere Gegend ist sehr geschichtsträchtig, was Kultur aus verschiedenenen Regionen angeht. So gab es im Kraichgau bis 1939 eine große Anzahl Juden, die zum Ende ihres Lebens eigene Bestattungsrituale pflegen und daher auch örtlich gesonderte Friedhöfe besaßen. 

In Heinsheim liegt einer der größten im Südwesten. Da wir uns dem Judentum sehr verbunden fühlen, macht uns der Anblick der verwitterten oder marmornen Grabsteine oft nachdenklich, und manchmal sogar traurig, weil so viel verloren ging mit der gewaltsamen Ausgrenzung und später Vernichtung dieses Volkes. 

Fotos von jüdischen Friedhöfen in der Region werden noch einige folgen.









Die Greifvogelwarte Burg Guttenberg ist ein überregional beliebtes Ausflugsziel. In Zeiten von Corona war sie fast wie ausgestorben, und man konnte - überflüssig zu erwähnen - keinen Imbiss bestellen oder sich eine Vorführung ansehen. Trotzdem haben wir einen Weißkopf-Seeadler beim Übungsflug beobachtet. Die weiteren Fotos geben einen guten Eindruck der mittelalterlichen Atmosphäre. 

 





Insgesamt haben wir auf dieser Tour viel über Geschichte gelernt . Und dass ein Picknick ohne Brot irgendwie kein richtiges ist... 😜


Villa Rustica / Wiesenbach am 1. Mai 2021

 Dieser Trip war einer der spektakulärsten bis jetzt. In der Nähe von Heidelberg suchten wir die Villa Rustica heim, ein Gebiet mit Maueresten aus der Römerzeit. Der Name klingt sehr mondän, und wenn man etwas mehr erwartet, so wie ich, könnte man von den buchstäblich traurigen Überresten etwas enttäuscht sein. 

Jedoch war der Ausflug vor allem durch die vielen unerwarteten Schnappschüsse, die abwechslungsreiche Gegend und das Picknick an einer Jagdhütte einer meiner schönsten. Eichhörnchen-Rennen im Garten gehörten ebenso zu den Highlights wie die Einkehr in eine Jagdhütte, die aussah wie aus Hänsel und Gretel. Und natürlich die selbstgemachten Fleischpflanzerln auf den Semmeln. Lecker!

 











Der Baum-Torso bzw. Unterkörper auf Bild 5 hat mich besonders fasziniert. Vermutlich hätte ich ihn glatt übersehen, wenn es in der Richtung nicht zu einem römischen Brunnen gegangen wäre, denn er lag abseits der vorgegebenen Pfade. 

Wettertechnisch war es nicht so doll. Aber ganz ehrlich, was ist schon ein bisschen Regen gegen einen unvergesslichen Tag der Arbeit?


"Zen" in Michelbach / Odenwald am 29. April 2021

 Ein kurzer geschäftlicher Termin hat uns in den Odenwald verschlagen, und zwar nach Michelbach, ca. eine Stunde Fahrzeit entfernt. 

Das Wetter ließ etwas zu wünschen übrig; es war "Kraushaarzeit", verursacht durch die Feuchtigkeit. Das war allerdings nicht das Schlimmste. Gegen Ende der Tour - angefangen bei einem buddhistischen Kloster (das keine Attrappe ist, wie erst von uns angenommen) durch einen Zen-Wald begann es wüst zu donnern, zu blitzen und sogar zu hageln. Im Wald ist das nicht ganz ungefährlich und uns wurde ein bisschen mulmig.

 Gut, dass wir bei einem grimmig blickenden Buddha Unterschlupf fanden, bis das Unwetter abgeflaut ist. Danach war es zum Parkplatz nicht mehr weit.

 











 

Dazwischen durften wir winzige Waldelfen-Wohnungen bzw. deren Eingänge bestaunen, den hessischen Rundfunkturm fotografieren und zweimal picknicken. Besonders schön war die Rast an einer Kreuzung mitten im Wald, wo wir auf einer Bank einträchtig geschmaust haben, ohne dass uns Spaziergänger  begegnet sind (Bild 7). Das war eine ganz besondere Stimmung.